Siedlungsbau "Im Böggefeld"

Böggefeld-Siedlung in Rünthe Anfang der 1950er Jahre.
Die Böggefeld-Siedlung nach der Fertigstellung im Jahre 1953. (Bildnachweis: Westf. Wirtschaftsarchiv, Signatur N 21)

 

Die Siedlung „Im Böggefeld“ gehört zu den jüngeren Straßenzügen in der früheren Gemeinde Rünthe. Erst zu Beginn der 1950er Jahre erbaut, ist sie keine Zechenkolonie im klassischen Sinne, obwohl die Klöckner-Werke als damaliger Betreiber der Zeche Werne die Häuser errichteten. Für die Bergleute und ihre Familien entstanden insgesamt 103 Wohneinheiten, in der Regel vier Wohnungen je Haus.

 

Der Straßenname führt darauf zurück, dass sich die Siedlung auf den ehemaligen landwirtschaftlichen Flächen des Bauern Schulze-Bögge befindet. Die Ländereien hatte die Zeche Werne erworben. Auf der früheren Hofstelle des Bauern liegt heute das weit über die Grenzen Rünthes bekannte Ausflugslokal „Forellenhof“.

 

 

Zu Beginn der 1950er Jahre gab es im Ort rege Bautätigkeit. Damit sollte die Wohnungsnot bekämpft werden, die sich in den Nachkriegsjahren in ganz West-Deutschland durch den Zuzug der vielen Flüchtlinge aus den vormaligen Ostprovinzen entwickelt hatte. In Rünthe entstanden deshalb die Kettelersiedlung, die Wichernsiedlung, die Grenzsstraße und die Siedlung „Im Böggefeld“. Den Siedlungsbau zu dieser Zeit darf man als gesamtgesellschaftliche Aufgabe betrachten, um der drängenden Not zu begegnen. Ketteler- und Wichernsiedlung waren Projekte unter dem Patronat der katholischen bzw. evangelischen Kirche, die Grenzstraße wurde kommunal gefördert.

 

Für die Klöckner-Werke war die Siedlung zugleich das letzte große Investitionsprojekt im Wohnungsbau der Altgemeinde Rünthe. Immerhin entfalteten die Maßnahmen die gewünschte Wirkung. Ab Mitte der 1950er Jahre gab es auf dem Wohnungsmarkt eine spürbare Entlastung, die größte Not galt als überwunden. Nebenbei hatte die Einwohnerzahl die Marke von 8.000 überschritten. Zu keinem Zeitpunkt lebten in Rünthe mehr Menschen, als um das Jahr 1955.

 

Die historischen Fotos aus der Böggefeld-Siedlung wurden 1953 nach Fertigstellung der Häuser gemacht. Sie befinden sich heute im Westfälischen Wirtschaftsarchiv in Dortmund.

 

 

(Bildnachweis: Westf. Wirtschaftsarchiv, Signatur N 21)